Orientierungstauchen

Foto: VDST - Jan Zeggel

Das Orientierungstauchen (OT) ist eine komplexe Sportart. Sie verlangt vom Taucher sowohl technisches Verständnis, als auch koordinative und konditionelle Fähigkeiten. Die Ausübung findet generell nur im Freigewässer in ca. zwei Metern Tiefe statt.
Ziel des Orientierungstauchens ist es, möglichst schnell und präzise Orientierungspunkte (Bojen) in einer vorher bestimmten Reihenfolge unter Wasser zu umrunden bzw. anzutauchen.

Die Ausrüstung

Die Ausrüstung besteht aus dem OT- Gerät, das sich aus einer Pressluftflasche mit montiertem Kompass und Meterzähler zusammensetzt. Das OT-Gerät wird zur Verminderung des Wasserwiederstandes mit gestreckten Armen vor dem Körper hergeschoben. Eine spezielle Maske erlaubt es dem Taucher unter Wasser klar und nach allen Seiten sehen zu können. Der Vortrieb des Sportlers erfolgt mit Hilfe einer Monoflosse. Diese muss durch delphinartigen Einsatz des Körpers bewegt werden. Um die Position des Wettkämpfers sichtbar zu machen, zieht der Wettkämpfer eine Sicherheitsboje an der Oberfläche hinter sich her.

Die Disziplinen

Im Orientierungstauchen gibt es insgesamt sechs verschiedene Disziplinen. Als Einzeldisziplinen werden der Fünf-Punkte-Kurs, der Stern-Kurs, der M-Kurs und der Parallel-Kurs absolviert. Die Mannschaftsdisziplinen sind die Mannschaftsorientierung nach Karte (Monk) und die Mannschaftstreffübung (MTÜ). Für MTÜ existieren zwei durchführbare Varianten.

Der Wettkampfablauf

Bevor das eigentliche Orientierungstauchen beginnen kann, ist eine spezielle Vorbereitung nötig. Dazu muss zunächst der Wettkampfkurs, den der Veranstalter im Gewässer gesetzt hat, vermessen werden. (ähnlich der Straßenvermessung) Mit den dadurch ermittelten Daten wird eine maßstabsgetreue Zeichnung erstellt. Diese ermöglicht die Ermittlung der Abstände zwischen den Orientierungspunkten und das Ablesen der zu schwimmenden Gradzahlen mit Hilfe des Kompasses. Bevor der eigentliche Wettkampf beginnt, muss also jeder Wettkämpfer seinen Kurs „peilen“.
Gestartet wird nacheinander in festgelegten Intervallen. Diese variieren je nach Disziplin zwischen drei und zehn Minuten. Die Startreihenfolge wird vor dem Wettkampf ausgelost.
Nach dem akustischen Startsignal taucht der Wettkämpfer ab und beginnt seinen Kurs zu absolvieren. Durch das Bewegen der Orientierungspunkte signalisiert der Wettkämpfer das Erreichen eines solchen. Richtige Umrundungen von Wendebojen können anhand der Sicherheitsboje nachvollzogen werden.
Um die einzelnen Orientierungspunkte unter Wasser zu finden bzw. um das Ziel zu erreichen ist dem Wettkämpfer eine Limitzeit gesetzt. Schafft er es nicht innerhalb der Limitzeit alle Vorgaben zu erfüllen, werden nur die bisher erreichten Orientierungspunkte gewertet. Das gleiche gilt für falsches Umrunden der Wendebojen oder das zeigen von Körper- oder Ausrüstungsteilen an der Oberfläche.
Anhand einer speziellen Punkteverteilung für das Umrunden und Erreichen von Orientierungspunkten, sowie der erreichten Zeit und Abweichung im Ziel wird eine Gesamtpunktzahl ermittelt. Sieger ist der Wettkämpfer mit der höchsten Punktzahl.

Quelle: VDST