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Rückblick: TL1 Vorbereitung Medizinpraxis inkl. AED
Aufbaukurs Medizin-Praxis: Mitten im Broicher Wald (in Mülheim an der Ruhr) haben wir uns für den AK Medizin-Praxis getroffen. Wir sind 6 Vortragende und 17 Teilnehmende, darunter Trainer, Tauchlehrer und solche, die Tauchlehrer werden wollen. Als wir überpünktlich beginnen, waren wir bereits bestens versorgt mit Tee, Kaffee, Wasser und Keksen.
Medizinische Notfälle können uns jederzeit begegnen, über wie auch unter Wasser. Besonders ein Kreislaufstillstand wirft uns als Betroffene und Anwesende in einen Wettlauf gegen die Zeit. Das Zeitfenster, um zu reagieren ist klein und einfach abwarten bis der Rettungsdienst eintrifft ist keine Option. Deswegen haben wir uns in theoretischen und praktischen Einheiten mit der Reaktion auf medizinische Notfälle dieser Art auseinandergesetzt.
Die fachlichen Vorträge haben unser Wissen im Bereich der Medizin insgesamt vertieft und erweitert. Dabei standen unter anderem die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), der sachgerechte Einsatz von Automatischen Externen Defibrillatoren (AEDs) sowie die Anwendung von Sauerstoff – insbesondere in der Reaktion auf Tauchunfälle – im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde das übergeordnete medizinische Verständnis gestärkt, sodass wir sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Handlungsabläufe sicherer anwenden können.
Im Rahmen der Vorträge zum Thema Sauerstoff wurden neben klassischen Tauchunfällen auch Indikationen wie trockenes und nasses Ertrinken diskutiert. Dabei wurde die Bedeutung einer frühzeitigen und situationsgerechten Sauerstoffgabe hervorgehoben. Ein besonderes Highlight der Vorträge waren die detaillierten Nachbesprechungen realer Tauchunfälle sowie praxisnahe Erfahrungsberichte aus dem Betrieb einer Druckkammer, die wertvolle Einblicke in Abläufe, Entscheidungsprozesse und therapeutische Maßnahmen ermöglichten.
Zudem wurden verschiedene Systeme zur Sauerstoffapplikation sowie deren Einsatzmöglichkeiten und Limitationen vorgestellt. Bei der Wahl des Sauerstoffsystems ist die zu erwartende Versorgungsdauer entscheiden. Ist mit einem raschen Eintreffen des Rettungsdienstes zu rechnen, kann eine 2-Liter-Flasche mit Constant-Flow-Ventil für die Überbrückung ausreichend sein. Besteht hingegen eine längere Versorgungszeit – etwa weil das Boot zunächst den Hafen anlaufen muss – sind Systeme mit höherer Effizienz, beispielsweise das Wenoll System mit der Einbeziehung von Technik aus der Rebreather-Sparte, zweckmäßig, um den vorhandenen Sauerstoff möglichst effektiv zu nutzen und die Versorgung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus wurden auch praktische Inhalte wie die sichere Anwendung verschiedener Rettungsgriffe sowie grundlegende Kenntnisse der Knotenkunde thematisiert. Dabei stand insbesondere die korrekte Ausführung unter realistischen Bedingungen im Vordergrund, um im Ernstfall schnell, koordiniert und sicher handeln zu können.
Abschließend wurde deutlich, dass eine schnelle und sichere Reaktion auf Zwischenfälle nur dann gelingt, wenn Abläufe regelmäßig trainiert, Handgriffe routiniert und Entscheidungssituationen realitätsnah geübt werden.
Text: Josha Bartsch, Jacqueline Schütz und Patrick